Tag: dorfleben

Patrick Otte – ich will hier raus nach dem Abi

Er wollte von Zuhause mal raus. Fürs Studium ging es vom Jakobsberg nach Göttingen. Nicht zu weit entfernt. Schließlich musste die Heimat noch schnell erreichbar sein. So ist es auch heute, denn er wohnt mitten in Münster – rund zwei Stunden von seiner Heimat entfernt. Patrick beschreibt, dass er es meistens einmal im Monat schaffe, nach Hause zu fahren. Dort wo noch heute seine Eltern und die Schwester wohnt. Sie hat mittlerweile eine eigene Familie, vor einigen Jahren einen Hof übernommen und diesen weiter ausgebaut. Ein Treffpunkt für viele im Ort. Patrick hat sich dennoch bewusst für Münster mit seinen etwa 300.000 Einwohnern entschieden. Für den Ort, wo er seine Arbeit und seine Liebe gefunden hat. Dort ist er der 33- Jährige Patrick, den die Leute auch erst so kennengelernt haben. Im Jakobsberg, mit seinen 250 Einwohnern, ist er nach wie vor der 17 Jährige Junge von damals. Vieles hat sich sonst dort nicht verändert. Viele seiner Freunde sind kaum herausgekommen und leben noch heute dort. Nur sein Bruder ist ein paar Orte weitergezogen. Patrick sieht es aber als große Chance an, mal aus seinem Ort rauszukommen. Dort könne man vieles lernen. Seinen Horizont erweitern und damit wieder zurück ins Dorf kommen. Für ihn kommt das mit seiner neugegründeten Familie nicht in Frage. Jakobsberg ist seine Heimat. Münster sein Zuhause.

Praktikum bei der Gemeinde – Digitalisierung verschlafen #15

Leute gehen. Leute kommen dazu. Nur wie schaffen wir es eine feste Gemeinschaft in unserem Dorf zu erhalten oder zu schaffen? Das Angebot ist riesig. Ich glaube, dass dies unsere größte Herausforderung für den Ort ist.

Gerne würde ich mal ein Praktikum bei der Gemeinde machen. Einen Einblick darin bekommen, wie es dort abläuft. Ich glaube einfach, dass wir im Bereich der Digitalisierung viel machen müssen und der Schritt von der Gemeinde kommen muss. Es bringt nichts, dass ein einzelnes Dorf ein Konzept hat sondern es muss für einen ganzen Kreis entworfen werden. Meiner Meinung nach sollten wir die digitalen Mittel zur Vernetzung von Dörfern und Einwohner nutzen. Am Ende geht es darum die Gemeinschaft zu stärken

Bianca Hauda – Remscheid ist ein Dorf für mich #10

Bianca Hauda ist in Remscheid aufgewachsen und lebt mittlerweile mitten in Köln. Dort hat sie Freiheit und das Gefühl alles machen zu können, was sie möchte. Der Jazz-Kiosk nebenan, wo sie immer jemanden trifft. Die Leute sind entscheidend. Dennoch hat sie einen starken Bezug zu ihrer Heimat – wo noch heute ihre Eltern leben. Doch es passte damals nicht mehr. Zwischendurch ging es zum Radio nach Baden-Baden. Später für eine Zeit nach Frankreich, bis sie jetzt schließlich ihren Ort gefunden hat, wo sie sich absolut wohlfühlt. Selbst nach fast zehn Jahren. Wir sprechen darüber, wie sie in Remscheid aufgewachsen ist und was Heimat für sie wirklich bedeutet.

Bianca kam zu mir ins Dorf Heeren angereist. Zuvor fragte ich sie, ob sie mal Trecker gefahren sei. Nein war ihre Antwort. So organisierte ich diese Aktion schnell auf einem Hof nebenan. Dort fuhr sie zum ersten Mal Trecker und hat sich unglaublich gut angestellt. Das war der erste Schritt zum eigenen Hof, denn davon träumt sie schon gerne mal.