Wer auf dem Dorf aufgewachsen ist, der weiß ganz genau wie sehr ihn viele Momente fürs Leben geprägt haben. Sie haben dich zu dem gemacht, was du heute bist. Du behältst das alles nicht nur im Kopf, sondern trägst es in deinem Herzen mit dir. Für uns ist das alles alltäglich, sodass wir das alles oftmals nicht schätzen. Erst einschneidende Erlebnisse sorgen dafür, dass wir uns dem bewusst sind – wie bei mir.


Hamburg. Nicht meine Perle.

DSCF8457

Durch eine anstehende berufliche Veränderung im Januar 2015 sollte es nach Hamburg gehen. Aus dem Unwohlsein entschied ich mich gegen Ende 2014 dafür, die Brechstange herauszuholen und alles zu ändern: Umgebung, Distanz zu Familie & Freunde, Arbeitgeber und die Wohnsituation. Als tief verbundenes Dorfkind hatte ich geplant über diese Veränderungen zu bloggen und wollte der Öffentlichkeit zeigen, wie es ist wenn man vom Lande in die große Stadt zieht – eine völlig andere Perspektive.

Ich habe mich dazu zwingen wollen, sodass ich den Arbeitsvertrag in Hamburg unterschrieb, mir ein möbliertes Zimmer gesucht habe und alles andere geklärt habe. Bevor ich dort war, habe ich mit der Zeit schon gemerkt, das ich einen großen Fehler gemacht habe. Ich möchte meine Heimat gar nicht verlassen. Ich möchte hier bleiben und nicht nur am Wochenende aufm Lande sein.

DSCF8442

Hinter dieser Sache stand ich nicht einhundertprozentig hinter und wenn ich das nicht tue, dann kann ich es nicht einfach durchziehen. So habe ich den Abbruch auch konsequent durchgezogen. Am Ende war ich nur kurz hoch im Norden um alles abzubrechen. Zimmer kündigen. Arbeitsvertrag auflösen. Macbook abgeben. Danach in Hannover arbeitslos melden. Fühlte sich alles trotzdem richtig an. Ich war einfach nicht so weit und es war alles zu viel auf einmal.

Es fühlt sich falsch an das Dorf & meine Heimat zu verlassen. Für einen Job werfe ich nicht plötzlich alles weg.

Es hat mir vieles ins Bewusstsein gerufen und war die beste Entscheidung für mich, denn ohne Überzeugung etwas zu tun ist nicht mein Ding. Trotz dieser doch harten Zeit, habe ich etwas positives mitnehmen können, das mich noch heute begleitet: DorfstattStadt.


 

2016-06-13 21.51.32

Eine Idee wird zur Story

Nun kam es zu keiner großen Veränderung und somit stampfte ich den gedachten Blog wieder ein. Stattdessen kam ich auf die Idee, dass ich doch den Leuten ganz transparent zeigen kann, wie toll es auf dem Lande ist. Es gibt sehr viele schöne Momente, aber auch negative Punkte, die ein Dorfkind jedoch gut mit Humor nehmen kann. Außerdem möchte ich damit die Dorfkinder vernetzen, langfristig gesehen das Landleben verbessern und Bewegung in das Thema bringen. All das habe ich mir als Ziel gemacht und so rief ich DorfstattStadt ins Leben um darüber aufmerksam zu machen.


Von Social Media in die Presse

Angefangen habe ich damit über Facebook. Später entschied ich mich noch für Instagram und Snapchat. Über diese Medien teile ich als DorfstattStadt Dorfkindmomente, Geschichten und mache das Landleben transparent. Die Leute sollen einen echten Eindruck von der Welt im Grünen bekommen und die Dorfkinder sollen eine Plattform haben, woraus sie sich austauschen können.

2016-06-15 18.17.24


2015-08-23 19.14.38

Shirts. Sticker. Shop.

Über einen Shop hatte ich nie nachgedacht. Ich wollte den Namen nicht nur über die digitale Form nach außen tragen, sondern es im alltäglichen auch offen nach außen tragen. Für mich persönlich hatte ich dafür ein Shirt, mit dem alten Logo, entworfen, drucken lassen und über Social Media mit den anderen geteilt. Darüber kamen plötzlich Anfragen, ob man dieses Shirt kaufen könnte und entschied mich, eine begrenzte Anzahl zu fertigen die ich meist auf direktem Wege an die Leute gebracht habe.

Der Andrang wurde größer und so entschied ich mich für einen Shop, wo die Leute bestellen konnten. Alles was dazu gehört – Einkauf, Versand, Verkauf etc. – habe ich eigenständig übernommen.


Wir ziehen an einem Strang

Jeder von uns trägt einen Teil von DorfstattStadt im Herzen und wir alle haben etwas gemeinsam – wir lieben das Landleben. Nur zusammen können wir etwas aktiv bewegen und versuchen unsere Lebensbedingungen zu verbessern. DorfstattStadt gehört uns auf eine Art und Weise alle. Wir alle gestalten den Weg und arbeiten an den Zielen.

Mehr erfahren über die DorfstattStadt-Gemeinschaft

 

DSCF9235